„Ich liebe mein Leben“

Ein ganz normaler, besonderer Tag

Ich sitze hier und bin glücklich. Einfach so, ohne besonderen Grund. Bin angekommen. Genau da, wo ich sein will. Ich weiß nicht genau, wann ich das letzt mal die Worte „Ich liebe mein Leben“ in den Mund genommen habe.

Eigentlich ist heute ein ganz normaler Tag. Ein milder, aber windiger Montag, Ende Januar. Nichtmal die Sonne scheint. Besondere Pläne gibts für heute auch nicht mehr. Bisschen Jazzdance, Smoothierezepte ausprobieren – das wars. Bis hier hin, gefüllt mit Dingen, die ich liebe. Die kleinsten Kleinigkeiten bewusst wahrgenommen und geschätzt. Einfach Zeit gehabt. Zeit zum Leben.

Vielleicht liegt es daran, dass ich es heute WIRKLICH zum ersten mal geschafft habe, meinen Tag so zu gestalten, dass er nicht von vorne bis hinten durchgeplant ist. Etwas, wozu ich schon immer tendiert habe. Alles in einen Tag gekneult, am besten alles gleichzeitig erledigt. Easy, schließlich ist doch alles möglich, wenn man fest dran glaubt -richtig? Simsalabim, am Ende des Tages war natürlich nicht alles geschafft. Von schönen Dingen, die ich mit gutem Gewissen genießen konnte – keine Spur. Abends frustriert, weil ich mal wieder merkte, dass ich eben doch nicht zaubern konnte. Das war gestern. Heute ohne Todo Liste gelebt. War anders, aber gut.

Vielleicht aber liegt es auch daran, dass ich mich am Wochenende dazu entschieden habe, die sorgfältig geschriebene Bewerbung inklusive Motivationsschreiben – natürlich entsprach jedes Wort der Wahrheit 😉 – für meinen Master, nicht abgeschickt habe und die Frist morgen endet. Ein Zukunfts-Weg den ich mir für ungefähr ein Jahr einredete. „Und was machst du so? – „Ich warte darauf, meinen Master zum Sommersemester beginnen zu können.“ Leider schaffte ich es nicht, mich selbst für dumm zu verkaufen. Auch nicht, während ich zusah, wie ehemalige Kommilitonen diesen Weg zielstrebig verfolgen. Andere, 9-5 arbeiteten. Die Karriereleiter hochkletterten, ohne ein Ende in Aussicht zum haben. Auch dann nicht, als man mich fragte, wofür ich überhaupt studiert habe, wenn ich doch jetzt „sowieso nur als Hundetrainer und Kellnerin arbeite“ Stimmt – wie konnte ich nur etwas aufgeben, was mich nicht glücklich machte und doch so viel Erfolg versprach? Alles wegwerfen, was ich mir mühselig aufgebaut hatte? Wie dumm von mir. Und auch immer noch nicht, als meine Eltern mir sagten ich hätte nur Quatsch im Kopf, ich solle doch was „Richtiges“ machen.

Aber was ist richtig und was nicht? Gibt es „falsch“ überhaupt? Was muss ich und was nicht? Was reicht mir und was macht mich glücklich? Fragen über Fragen. Überforderung im Kopf. Statt Antworten nur weitere Situationen, die mich an meine Grenzen brachten. Heute erkenne ich Veränderungen. Ich merke, dass je mehr Entscheidungen ich treffe, die dem widersprechen, was andere gerne sehen würden oder für verrückt halten, desto freier ich mich fühle. Desto richtiger und echter. Ich spüre den Nervenkitzel, die Lust am Leben. Ja – ich spüre das Leben. In jeder Zelle meines Körpers. Ich muss lachen, weil ich ein absolutes Chaos bin. Meine spontanen Entscheidungen unberechenbar sind, mein Handeln mich jeden Tag aufs Neue herausfordert.

Ich weiß auch gar nicht genau, wie es zu diesem Leben kam. Nur, dass jeder Tag ein Abenteuer ist. Gefüllt mit Risiko und Unsicherheit, Verwirrungen, Dummheiten und Leichtsinn. Ich weiß nicht was morgen kommt. Nichtmal wie heute endet. Eigentlich weiß ich gar nichts. Ich habe keine Sicherheit, keinen Plan. Aber vor allem habe ich eines nicht mehr. Angst. Angst davor loszulassen. Zu scheitern. Angst davor was kommt und kommen kann. Angst davor belächelt zu werden, zu versagen oder nicht weit genug im Leben zu kommen. Keine Angst mehr vor Fehlern. Und vor allem keine Angst mehr davor, etwas Großartiges zu verpassen.

Alles was ich habe ist Jetzt. Meine Träume. Ein persönliches Ziel, das weder etwas mit Erfolg noch Arbeit zu tun hat. Freiheit und meinen eigenen Willen zurück. Endlich.

Gedanken und Glücksmomente, die ich einfach mal teilen wollte.

Love, J.

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