Ich, die Businessfrau

Management Studium. Karriere als Lebensziel. Erfolgreich werden, unabhängig sein, genug Geld verdienen. Ist es das, was glücklich macht?

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,,Ich war mal jemand, dem es wichtig war, wie er von anderen gesehen wurde. Ich war mal jemand, der allen alles recht machen wollte. Ich wollte in den Augen anderer als vorbildlich gesehen werden. Merkte dabei nicht, dass ich eine von vielen war. Eine weitere Zeitreisende, die nach der Uhr einer aufstrebenden Gesellschaft tickte. Ich war mal jemand, der nie nein sagen konnte, keine Bitte ablehnen konnte. Alles für jeden machte, um danach das Gefühl zu haben, gebraucht zu werden. Wichtig zu sein. Ich war mal jemand, der es sich selbst nicht erlaubte glücklich zu sein. Ich wollte hart arbeiten, mir mein Glück verdienen. Unabhängig von anderen, ganz allein. Endlich stolz auf mich sein. Es den anderen und mir selbst beweisen. Dass auch ich es schaffte, erfolgreich zu sein. Dass auch ich es schaffte, etwas Großartiges erreichen zu können. Ich strebte nach Anerkennung und dem Gefühl von Stolz. Ich war die, die sich anpasste, die die nie genug Zeit hatte, die die nie im Moment lebte. Ich war die, die regelmäßig ihren Kaffee auf dem ganzen Tisch verteilte, die die von A nach B rannte ohne den Weg zu sehen und die, die sich leicht von Trends und Meinungen beeinflussen ließ. Ich war die Person, die jeden Abend unzufrieden schlafen ging. Immer mit dem Gefühl, nicht genug gemacht zu haben. Nichts wirklich geschafft zu haben. Nicht das erledigt zu haben, was ich mir vorgenommen hatte. Ich war die, die so tat als sei sie glücklich. Die, die es sich selbst abkaufte. Es jedoch nie empfand. Das Gefühl von Glück. Nicht wusste, was das war. Ich war die, die immer perfekt sein wollte. Verheimlichte das, was ich dachte, ließ niemanden wissen, was ich fühlte. Ich hatte das Gefühl, stark sein zu müssen. Ein Vorbild sein zu müssen. Ich musste doch das zu Ende bringen, was ich angefangen hatte. Letztendlich war ich die, von der viele glauben, sie sein zu müssen.“

Das war ich mal. Mit Anfang zwanzig. Wie sollte mein Leben bloß mit bitte 30 aussehen?

Wer warst du? Wer bist du? Und wer willst du sein?

Es ist nie zu spät, sich zu ändern. Nie zu spät, einen anderen Weg einzuschlagen. Einen, der nichts mit dem zu tun hat, womit du die letzten Monate oder Jahre deines Lebens verbracht hast. Egal, welchen Weg du bisher gegangen bist und welchen du in Zukunft gehen wirst – egal wie unterschiedlich und widersprüchlich sie scheinen – sie sind es nicht. Du gehst diesen Weg, um das zu finden, wonach du suchst. Die Person zu werden, die du wirklich bist. Unverfälscht, unvoreingenommen und echt. Vielleicht macht heute alles noch keinen Sinn. Später aber wirst du zurück blicken und erkennen, warum du diesen und keinen anderen Weg gegangen bist.

Und um dich zu ermutigen: Ich habe teuer studiert, für etwas, das ich nicht bin. Das weiß ich heute. Aber eins ist klar: Ich musste diesen Weg gehen, um zu erkennen, wer ich wirklich bin und um das zu erkennen, was ich wirklich will im Leben. Ich habe mir in diesen 3 Jahren das aufgebaut, wonach heute viele von uns streben. Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich kann, wenn ich will. Und nachdem ich dann endlich alles erreicht hatte, was man mit 22 Jahren nur erreichen konnte, sich jedoch keine Spur von Glück und dem Gefühl von Erfüllung in mir breit machte – wusste ich, dass das das Ende dieser 3 jährigen Reise war. Eine Reise ins Nichts. Eine Reise, auf der ich mich selbst verlieren musste, um aufzuwachen. Ich erkannte, dass ich dieses Leben für kein Geld der Welt haben wollte. Ich sagte nein. Ich hörte auf das, was mein Gefühl mir sagte. Ich hielt inne und fragte mich, warum das alles. Zum aller ersten mal. Zum aller ersten mal, war ich für einen Moment ich selbst. Und auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt das Gefühl hatte, wieder bei Null anzufangen – weiß ich heute, dass diese Null nur ein weiterer Teil meines Lebens war.

Geh auch du deinen Weg.

Love,

J.

 

 

 

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