Intuitiv Essen & Leben

#Ziegenkäse

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Mir geht so viel durch den Kopf, ich habe so viel zu erzählen – obwohl eigentlich nichts Großartiges passiert ist.

Fangen wir ganz einfach beim Ziegenkäse an. Ziegenkäse kann schon sehr weltbewegend sein – zumindest für mich. Die, die meinen Blog schon etwas länger verfolgen, wissen, dass ich mich seit ca. einem Jahr pflanzenbasiert ernähre und ich diese Ernährungsform liebe. Nicht nur wegen den ganzen positiven Nebeneffekten sondern auch weil ich dadurch ganz andere Gerichte und Nahrungsmittel kennen gelernt habe.

Ein Jahr zu 100% pflanzenbasiert – bzw. vegan. Ich nenne es gerne pflanzenbasiert, weil es eben auch vegane Ernährungsformen gibt, die gleichzusetzen mit einer Fast-Food-Diät oder Zucker-Diät sind. Vegan ist nicht gleich vegan.

Ich habe es dadurch geschafft, mich von tierischen Lebensmitteln und einer High-Protein / Low-Carb Diät zu entfernen. Diese Eiweiß-Diät hat mich damals in den Wahnsinn getrieben. Ekelhaft. Aber jetzt wieder zum Ziegenkäse:

Ziegenkäse habe ich also schon eine längere Zeit nicht mehr gegessen – ich hatte aber auch kein Verlangen danach. Vor ungefähr einem Monat bei einem Picknick mit einer Freundin, kamen wir auf das typische Frauen-Thema Ernährung und somit auch zur Frage, ob ich mir jemals wieder vorstellen könnte, „anders“ zu essen.

Wie aus der Pistole geschossen antwortete ich, dass ich meinem Gefühl folge und das essen möchte, was mir gut tut. Obwohl ich eigentlich sagen wollte: „Nein, die Entscheidung mich vegan zu ernähren war (auf die Ernährung bezogen) die beste aller Zeiten“. Irgendetwas brachte mich dazu, diesen Satz nicht auszusprechen. Denn diese Worte waren es, die mein Verstand mir trichterte:

Du hast dich dazu entschieden vegan zu leben. Es geht dir gut damit. Vegan ist vegan, jetzt solltest du dich auch daran halten. Du bist doch kein Trend-Opfer, du hast die Entscheidung für dich selbst getroffen, also zieh es jetzt durch. Du bist niemand, der halbe Sachen macht. Entweder ganz oder gar nicht. 

Worte, die mich selbst nach diesem Gespräch und meinem Albtraum noch leiteten. In mir drin wuchs aber gleichzeitig der Drang danach, diesen leckeren Ziegenkäse, überbacken mit Honig, essen zu wollen. Wie sich jetzt der ein oder andere wahrscheinlich denkt, kam dieser Moment schneller als gedacht. Es war dieser eine spontane Moment, in dem ich meinen Kopf ausschaltete, anfing zu grinsen und es mal wieder super witzig fand, gegen meine eigenen Regeln zu verstoßen. Einfach nur auf mein Gefühl zu hören und das zu machen, worauf ich Lust hatte. Schwups, da war das Ding auch schon in meinem Magen. Und eins kann ich euch sagen: Es war suuuper lecker. Das wars auch schon. Mehr ist nicht passiert.

Und jetzt zu diesem Wandel:

Ich bin damals nicht vegan geworden, weil ich eine ethische Ökotante bin, die sich wie ein Steinzeitmensch verhält. Auch nicht, weil es mir um diesen Trend oder irgendwelche Aufmerksamkeiten ging. Ich habe auch damals schon einfach auf mein Gefühl gehört. Schließlich habe ich nicht von dem ein auf den anderen Tag beschlossen vegan zu sein. Vielmehr kam das Ganze Step bei Step – eben so, wie ich mich gut gefühlt habe. Am Ende war es dann einfach so. Ende der Geschichte.

 

Gründe dafür nicht 100% vegan zu leben:

  1. Weil ich denke, dass man sich selbst nichts aufzwingen wollte, wonach man sich gerade nicht fühlt. Wir sollten alle mehr auf unser Gefühl hören, anstatt uns von Diäten und Ratgeber-Tips leiten zu lassen. Einfach mal den eigenen Weg gehen und auf die eigene Intuition hören – wer das gelernt hat, wird immer die für sich richtige Entscheidung treffen. Intuitives Essen – dazu werde ich bald nochmal zu kommen.
  2. Weil ich davon überzeugt bin, dass es im Leben darum geht, eine Balance zu finden – auch in der Ernährung. Ich will mich nicht begrenzen, will mich nicht festlegen und schon gar nicht etwas machen, weil es mir mein Verstand sagt. Ich will nicht super healthy leben und auch nicht ungesund. Ich will nicht auf lustige Wein & Snack-Abende verzichten oder auf die Hochzeitstorte meiner Freunde. Ich will nicht mehr „nur“ essen, um meinem Körper das nötige Benzin zu geben, das er braucht – selbst wenn ich mich seitdem unglaublich fit fühle. Sondern auch einfach mal wieder richtig Hunger haben und mich dann auf das All you can eat Sushi – Buffet stürzen. Einfach, weil ich Lust drauf habe.
  3. Weil es, wie ich finde, immer auf die Menge ankommt. Ich bin mittlerweile an dem Punkt angekommen, an dem Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und gute Getreidesorten meinen Alltag füllen. Und das wird auch immer so bleiben, denn das ist es, was  mir gut tut und mir am besten schmeckt. Wenn jetzt aber mal ein bisschen Parmesan auf die Pasta kommt und mal ein bisschen Ziegenkäse im Salat dabei ist –  dann wird das sicher nicht gleich meinen Untergang bedeuten. Und bevor ich zu Fake-Produkten greife oder zu Soja-Produkten übergehe – sorry, aber dann kann ich auch gleich das Richtige essen. Ich bin einfach kein Fan von Fake-Käse oder Fake-Würstchen. Denn nur, weil es nichts tierisches ist, heißt das noch lange nicht, dass die Inhaltsstoffe gesund sind. In den meisten Fällen ist es sogar super ungesund.
  4. Weil ich mich auf Reisen nicht einschränken möchte. Ganz ehrlich – es war schon irgendwie ein bisschen anstrengend, mich das letzte Jahr in anderen Ländern vegan zu ernähren. Aber ich wollte es, also ging es – kein Problem, bekomme ich hin. Meine Mahlzeit bestand dann eben häufig aus Salat und ein bisschen Brot, viel zu viel Obst und ständigem Hunger. Auf Dauer kann auch das ungesund sein. Und da es auf Reisen ziemlich kompliziert bis unmöglich ist, die eigene Küche im Gepäck zu verstauen – muss man sich eben was einfallen lassen. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist. Aber ich bin einfach jemand, der das Leben und vor allem das Reisen genießt, anstatt es sich unnötig kompliziert zu machen. Wenn ich also das nächste mal in Griechenland bin, dann werde ich nichts lieber essen, als griechischen Yoghurt mit Honig und Nüssen. In Italien ein hausgemachtes Eis und in Frankreich warme Croissants und vielleicht auch ein bisschen Fisch.
  5. Zu wirklich 1000000% kann man sich sowieso nicht vegan ernähren, machen wir uns nichts vor. Wir oft hat man aus Versehen etwas mitgegessen, von dem man nicht wusste, dass es im Gericht dabei war. Wie oft essen wir Lebensmittel und wissen nicht, wie groß der Anteil von Nebenerzeugnissen wirklich sind? Ganz geht also sowieso nicht.
  6. Eines ist für mich trotzdem klar: Fleisch werde ich niemals mehr essen, egal welches. Und die restlichen tierischen Produkte auch nur in kleinen Mengen, alles was mit Kuh und Huhn zu tun hat möglichst auch nicht. Grundsätzlich werde ich weiterhin pflanzenbasiert und glücklich leben. Einfach, weil es für mich das Richtige ist.

 

Eigentlich wollte ich gar nicht so viel schreiben, aber wie immer bin ich am kreativsten, wenn ich einfach loslege und nicht nachdenke. Ich will die vegane Ernährungsform hiermit nicht schlecht machen – im Gegenteil, ich liebe sie. Ich finde sogar, dass es jeder mal ausprobiert haben sollte. Am Ende aber geht es für mich nicht um ein Konzept oder eine Diät, einen Plan oder Regeln – es geht vielmehr darum, dem Gefühl zu folgen, was uns persönlich am glücklichsten macht.

Lebe dieses Leben so, dass du glücklich bist. Hör auf dein Gefühl, folge deiner Intuition. Und damit meine ich nicht nur unsere Essgewohnheiten, sondern auch all die anderen Themen, mit denen wir uns tagtäglich beschäftigen.

Und da mir mein Gefühl sagt, dass ich mich jetzt wieder mehr auf den Blog konzentrieren soll – werde ich genau das machen. In Zukunft wird es also wieder ein bisschen mehr von den Mangos zu hören geben.

Cheers,

J.

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