Was Lissabon mit mir gemacht hat

Ich komme gerade nach Hause und habe mich mit Hund und Tee auf die Couch gesetzt. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, früh ins Bett zu gehen, damit ich morgen umso früher aufstehen konnte. Eigentlich war ich eben auch noch fix und fertig.

Doch als ich versuchte einzuschlafen, konnte ich nicht anders, als nach meinem Tagebuch zu greifen und über meine Worte zu lesen, die ich heute Mittag im Flugzeug aufs Papier gebracht habe. Und jetzt wiederum kann ich nicht anders, als aus diesen Gedanken einen Blogpost zu machen.

Am Ende des Blogposts, findet ihr die Dinge, die ich aus dieser 4 tägigen Reise mitgenommen habe. Dinge, an denen ich arbeiten möchte, weil wir mal wieder einiges klar wurde.

Lissabon – Portugal

Lissabon war mich eine Reise, die mich erkennen ließ, dass ich wirklich bei mir selbst angekommen war. Nicht nur in Gedanken, sondern auch in Wirklichkeit. Eine Reise, die mir viel lehrte und mir aufs Neue bewies, dass das Glück nirgends, aber auch wirklich nirgends, als in uns selbst liegt.

Ich war ruhig und ausgeglichen, ich war kindisch und verrückt, ich war lebendig und verpeilt, ich war nachdenklich und ehrlich – und während ich all das war, war ich nichts, außer ich selbst.  Ich war einfach nur glücklich und inhalierte jeden Moment bewusst. Nichts von meinen Lebensumständen hatte sich verändert und dennoch spürte ich das pure Glück in mir aufsteigen.

Ich glaube, ich habe selten eine Zeit so wahrgenommen, wie diese – weil ich zum ersten Mal, nicht das Gefühl hatte: „Ich muss alles sehen und die Zeit Nutzen, bevor der Ernst des Lebens beginnt.“ Warum? Weil ich aufgehört habe, mich in eine Welt zu zwingen, die für mich keinen Sinn ergibt. Aufgehört habe, mich in ein Konzept zu stürzen, dass 9 to 5 hieß, aufgehört habe, für die Zukunft zu leben. Angefangen habe, ein Leben zu leben, dass mehr mit sich bringt, als „Sicherheit“, „vielleicht“ und „später“.

Mein Blogpost „Solange du jung bist“ erklärt meine Sicht auf das Leben ganz gut. Lest gerne da nochmal rein, wenn ihr ihn noch nicht kennt 🙂


 

Und dieser Moment ließ mein Herz tanzen

Und dann stand ich da, auf den mächtigsten Klippen, die ich je gesehen habe und blickte auf die tobenden Wellen unter mir.

Ich stand auf den Klippen des westlichen Punktes Europas und blickte auf die tobenden Wellen unter mir. Für einen kurzen Moment war mir schwindelig. Keine Umzäunung um mich herum, nichts, an dem ich mich hätte festhalten können. Und während ich da stand und sich mein Blick in den unkontrollierten Bewegungen der Wellen verlor, fühlte ich mich frei. Ich fühlte mich freier, denn je. Freier, denn ich mir je hätte vorstellen können. Der kühle Wind blies mir ins Gesicht und es fühlte sich an, als würde er für einen Moment alles aufräumen, was immer noch in mir herum wühlte. Dieser Ausblick auf den unendlichen Horizont und die Schönheit dieser prachtvollen Natur, machten mich sprachlos. Für einen kurzen Moment, schloss ich meine Augen und plötzlich fühlte es sich so an, als würde diese unfassbare Kraft der Wellen in meinen Adern pulsieren. Mein Herz im Rhythmus der Wellen tanzen. Mein Atem im Takt des Meeresrauschens auf und ab beben. Ich öffnete meine Augen und konnte nicht anders, als übers ganze Gesicht zu strahlen. Meine Augen funkelten im Licht der Sonne, die Sekunde für Sekunde hinter der Meeresoberfläche verschwand. 

Ich glaube, ich stand mir selbst, dem Glück und diesem Gefühl von Freiheit, noch nie auf diese eine Art und Weise so nahe, wie in diesem Moment. Noch nie, war ich so glücklich, einen anderen Weg gegangen zu sein, als andere. Und hiermit meine ich nicht nur den Weg meines Lebens, sondern den kleinen Pfad, den wir entlang gingen und uns weg vom Touristenplatz und hin zu dieser atemberaubenden Stelle führte. 47381949_565215137254424_3103067047626539008_n

Und noch nie in meinem Leben war ich mir so bewusst darüber, was es bedeutete, dem Abgrund so nahe stehen zu können, dem Risiko so intensiv entgegen zu blicken und dem Gefühl von Angst und Unsicherheit keine Chance zu geben. 

Noch nie zuvor, war mir so bewusst, wie nahe sich Abgrund (=Risiko) und Glück in Wirklichkeit standen. Denn in diesem Moment, lag das Glück in keiner anderen Hand, als in meiner. In diesem Moment, lag es an mir, diesen Moment entweder in Angst und Unsicherheit zu leben oder das Leben, mit allem, was es mit sich bringt, zu lieben. 

Dieser Moment wird mich für immer begleiten. Dieser Moment schaffte es, das letzte Stück Angst und Unsicherheit in mir zu löschen. Die Angst davor, das Risiko zu lieben. Die Unsicherheit in mir, nicht gut genug zu sein. 

Denn in diesem Moment war ich kleiner und schwächer, als alles um mich herum – und doch fühlte ich mich freier und größer, denn je zuvor.

04. Dezember, 2018  – Im Flugzeug, zurück nach Hause

 


 

Was Lissabon mit mir gemacht hat

Und hier noch die Dinge, die ich nach der kleinen Reise verändern werde:

  • Ich werde versuchen,  noch weniger „Deutsch“ sein. Dadurch, dass ich die Hälfte meiner Kindheit in Neuseeland aufgewachsen bin, bin ich sowieso schon ein kleiner Kiwi – dennoch dachte ich mir in ein zwei Situationen: „Jaimie, jetzt nimm doch mal den Stock aus dem Arsch und hör auf so deutsch zu sein.“ Denn nur, weil es in anderen Ländern anders zugeht, heißt das nicht, dass es „falsch“ ist. (das meine ich keineswegs beleidigend, aber diese  langweilige Ordnung und dieses extreme Streben nach Perfektionismus gehen mir manchmal auf die Nerven)
  • Ich möchte weniger in schwarz-weiß denken, mich noch weniger von diesen mächtigen Medien beeinflussen lassen und meine Augen für das öffnen, was sich in dieser Welt wirklich abspielt
  • Ich möchte noch mehr wissen, noch mehr lernen und hinterfragen, verstehen und staunen
  • Ich möchte mehr über diese Welt und ihre Natur wissen, mehr über andere Orte und Länder. „Ich frage mich, warum es mir zu Schulzeiten niemand schmackhaft machen konnte, mich für das Fach Erdkunde zu begeistern“ – Danke an meine Freundin Eddi, für diesen Gedanken.
  • Ich werde am Sonntag ein neues Ritual angehen. Das Motto lautet: Geh da raus und mach jeden Sonntag etwas, was du noch nie zuvor gemacht oder gesehen hast. Ob es in der Heimat wandern oder neue Orte entdecken ist – Wir können auch zu Hause entdecken und erleben – sogar mehr, als wir manchmal denken. Vielleicht reicht an manchen Sonntagen auch ein neues Rezept oder eine andere Kleinigkeit. Ich halte euch auf dem Laufenden 🙂

 

Ich hoffe, du konntest aus diesem Beitrag etwas für dich mitnehmen. Das hier war Teil 1 von 2. Im nächsten Teil kommen dann wie versprochen, viele Bilder und meine Highlights aus Lissabon.

Sei offen für diese Welt. Lebe das Leben so, wie du es liebst. Lass los von Gedanken, die dich ausbremsen. Von Ängsten, die dich limitieren. Lass los, von allem, was dich nicht länger glücklich macht und fang an, deine Energie in das zu stecken, was dein Herz tanzen lässt. Du bist einen Schritt von einem komplett anderem Leben entfernt. Du hast es in der Hand, glücklich zu sein. Und nur du kannst die Entscheidung treffen, all das zu leben.

Love,

J.

 

 

 

 

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s