Extreme leben, um Ausgleich zu erleben

Ich teile heute einen Tagebuch Eintrag mit euch, der mir sehr am Herzen liegt und mir geholfen hat, wieder mehr Klarheit in mein eigenes Leben zu bringen. Vielleicht jetzt auch dir:

Dezember 2018

Mein Kopf ist voll. Mein Körper ist durchflutet von diesem Ehrgeiz, der sich in mir breit macht. Mal wieder will ich zu viel. Und mal wieder stehe ich neben mir.

Alles um mich herum bewegt sich, will weiter, will höher und schneller. Ich erwische mich dabei, wie ich mitziehe. In diesem Strom, getrieben vom Ego. Mal wieder. Doch dieses mal ist es anders. Dieses mal komme ich nur nach wenigen Schritten wieder bei mir selbst an. Kopfschüttelnd betachte ich die letzten Tage. Kopfschüttelnd, sage ich zu mir selbst: Du Idiot. Wann wirst du es endlich lernen? 

Mal wieder die fast-forward Taste gedrückt. Mal wieder nonstop auf dem Gas gestanden. Mal wieder zu viel auf einmal gewollt. Und mal wieder, in meiner eigenen Begeisterung ertrunken.

Und jetzt sitze ich hier mit dem Hund auf dem Boden, barfuß auf dem weichen Teppich. Und ich frage mich, warum ich es eigentlich schon wieder so eilig hatte, anzukommen.

Hatte ich das Thema nicht schonmal? Habe ich nicht schon tausend mal zu mir selbst gesagt, dass ich das nicht mehr will? Durchs Leben rasen?

Ja, das hatte ich. Und mittlerweile glaube ich, dass ich es brauche – immer wieder vor meine Grenzen gestoßen zu werden. Warum? Damit ich mich nicht in der Masse verlaufen, mich selbst nicht wieder verliere.

Ich brauche es, weil ich so erfüllt bin, dass ich am liebsten der ganzen Welt da draußen erzählen will, wie es sich anfühlt diese Freiheit zu leben und dieses Glück zu erfahren. Ich brauche es, weil ich so impulsiv bin, dass ich meinen Ideen und Gedanken, meinen Reaktionen und Handlungen oft nicht mehr hinterher komme. Ich brauche es, weil ich durch das Leben meiner Vision und das Verwirklichen meiner Träume, so lebendig geworden bin, dass nichtmal mein Verstand in der Lage dazu ist, dieses tobende Herz zu kontrollieren.

Ich brauche diese Art von Grenzen – weil sie mich immer wieder zu mir zurück bringen, wenn ich drohe, abzuheben. Weil sie mich immer wieder dazu bringen, mich zu fokussieren. Mich am Ende, immer wieder zurück auf meinen Weg bringen.

Manchmal aber frage ich mich, warum ich mich in diesem Punkt nicht ändern kann – bzw. es noch nicht geschafft habe. Diesen kleinen Knallkopf in mir zu bändigen. Immer wieder aufs Neue habe ich diese Grenze als negativ empfunden. Vielleicht, weil es aufgeben oder schwach sein bedeutete. Und immer wieder, war ich deswegen wütend auf mich selbst.

Bis ich erkannte, dass dieser Punkt, an den ich immer wieder komme, nichts anderes ist, als das Erfahren meiner eigenen Stärke. Das Erkennen meiner puren Energie und das Erleben meiner täglichen Motivation. Eine Erinnerung daran, wer ich wirklich bin und wie viel Kraft in mir steckt. Eine Erinnerung daran, dass ich kann, wenn ich will.

Denn da ist so viel, was aus mir raus will. So viel, dass ich es manchmal selbst nicht zurückhalten kann. Das bin ich. Ich, die niemals mehr aufhören wird, ihren eigenen Weg zu gehen. Ich, die gelernt hat, ihre eigenen Grenzen in Chancen zu verwandelt, anstatt daran zu scheitern.

 

Warum dich Extreme zurück zu dir selbst bringen

Kein Extrem ist auf Dauer gut – aber jedes Extrem kann uns wieder zur eigenen Mitte bringen.

Denn ohne, in den Höhen und Tiefen des Lebens zu tanzen, könnten wir niemals in Balance leben – da sie ohne Extreme nicht existieren würde. Und genauso wie auftreibende Wellen ohne den Rückzug der Strömung nicht sein könnten – genauso könnten wir auch ohne das Erleben und Ausleben von „Über- und Untertreibungen“ jeder Art, nicht ausgeglichen leben.

Und jetzt sage ich dir noch eines: In Ausgeglichenheit zu leben, heißt nicht, nicht impulsiv sein zu dürfen. Grundlegend gelassen zu sein, heißt nicht, nicht auch mal explodieren und die eigene Meinung laut rausschreien zu dürfen. Gefasst und strukturiert zu sein, heißt nicht, auch mal nicht über die Stränge hinausschlagen zu dürfen. Und fokussiert zu sein, bedeutet nicht, nicht auch mal in der Sackgasse zu stehen und nicht weiter zu wissen.

Denn du selbst, kannst du nur sein, indem du dir über deine Gedanken, deine Reaktionen und dein Handeln zwar bewusst bist – gleichzeitig aber auch zulässt, dass dein Verstand aussetzt und du deine puren Emotionen lebst. Das machst, was dein Herz dir sagt, dem hinterherkamst, wohin deine Intuition dich führt. Ausgeglichen und du selbst sein, kannst du nur, indem du dir erlaubst, in Extremen zu leben, auch mal wild und kopflos zu handeln, Fehler zu machen, andere enttäuschst oder verletzt, deinen eigenen Erwartungen nicht gerecht wirst, übers Ziel hinaus schießt oder das Pferd auch mal von hinten aufsattelst.

Du selbst kannst du nur sein, wenn du all das lebst, während du dabei aber nicht vergisst, immer wieder aufzuwachen, dich zu reflektieren und zu deiner eigenen Mitte zurück zu kehren.

Lebendig zu sein, bedeutet zu Handeln. Und keine Reaktion auf deine Handlungen wird jemals vorhersehbar sein. Genauso wenig, wie das Leben selbst.

Erlaube dir, du selbst zu sein, Niemand von uns ist jede Sekunde seines Lebens ausgeglichen. Denn ausgeglichen kann nur der sein, der auch mal in Extremen lebt. Alles andere, wäre das Leben hinter einer Fassade – nicht aber, du selbst.

 

Warum ich so ehrlich bin

Ich teile diese Wahrheit mit dir, weil ich nicht jemand sein will, der vorgibt immer zufrieden zu sein. Immer in Balance zu leben. Immer im Reinen mit mir selbst zu sein. Ich teile diese Wahrheit um dir zu zeigen, dass es möglich ist, in jeder Situation deines Lebens, das Gute zu erkennen und nach vorne zu blicken. Weiterzugehen, selbst dann, wenn wir an unsere eigenen Grenzen stoßen. Aufzuwachen und das „Warum“ zu erkennen. Ein „Warum“, dass uns am Ende die Augen öffnet. Ich teile diese Wahrheit dir, um dir zu zeigen, dass du zwischen all dem Gerede über das persönliche Glück und dem Streben nach Ausgeglichenheit, eines nicht vergessen darfst: Nämlich du selbst zu sein.

Das war meine 20/24 für dich. Eine weitere Wahrheit, die einfach mal aus mir heraus musste. Ich hoffe, du hast eine tolle Vorweihnachtszeit und vergisst dabei nicht, dir auch mal Zeit für dich selbst zu nehmen. Wie jetzt zum Beispiel. Danke, dass du diesen Text hier bis zum Ende gelesen hast.

Love,

J.

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